Jetzt ist WHO dran!

Bereits vor 10 Jahren hatten wir unseren damals neuen Oberbürgermeister Boris Palmer auf das Bundesförderprogramm „Soziale Stadt“ hingewiesen und dass ein in die Jahre gekommener Stadtteil – WHO – dafür dringend in den Blick genommen werden muss. Damals hatten die einzelnen lokalen Institutionen und Vereine auf ihre Sorgen und Nöte durch den Generationenwechsel, aber auch auf den Verfall von öffentlichen Einrichtungen und auf die Verschlechterung der Qualität des öffentlichen Raumes hingewiesen. Versprochen wurde, sich darum zu kümmern – passiert ist bis heute nichts.

Der Gemeinderat hat auf Antrag der FDP nun die Schaffung einer Personalstelle für die Erarbeitung eines „Soziale Stadt“-Konzepts beschlossen. Danke, es war an der Zeit. Der Stadtteil WHO wird 2021 50 Jahre alt und vieles, was über die Jahre hinweg aufgebaut wurde, ist einfach wieder verschwunden, wie einzelne Spielplätze zwischen den Wohnblocks, die Turngeräte am Trimm-Dich-Pfand oder der Kletterturm am alten Heizwerk. Eine Instandsetzung oder gar Erneuerung war wohl nicht wichtig.

Durch die Erarbeitung eines Konzeptes für einen Antrag zur Förderung aus dem Bundesprogramm „Soziale Stadt“ besteht die Chance, den Stadtteil städteplanerisch unter die Lupe zu nehmen und neu zu gestalten. In welchem baulichen Zustand sind die Wohnblocks? Müssen sie energetisch saniert werden? Sind sie barrierefrei? In welchem Zustand sind die Wege und Straßen? Werden diese regelmäßig gepflegt und wo notwendig instandgesetzt? Es sind vermehrt vermüllte und verwahrloste Flächen und Bereiche deutlich zu sehen. Welche Wünsche haben unsere Bürgerinnen und Bürger? Können ältere Menschen in WHO gut versorgt werden? Gibt es Pflegeplätze oder Betreutes Wohnen im hohen Norden? Ist die Nahversorgung überhaupt noch gewährleistet? Eine Menge von Fragen, die es gilt, jetzt aufzunehmen. Der Auftrag zur Konzept-Erarbeitung ist erteilt, die erste öffentliche Info-Veranstaltung wird am Vorabend des Nikolaustages in der GSS stattfinden. Hoffentlich werden bei dieser Veranstaltung die „Socken“ der Bürgerinnen und Bürger gefüllt, ihre Wünsche und Nöte aufgenommen, so dass sie erfreut zu Hause sagen können: „Es hat sich gelohnt, die Socken sind gefüllt und jetzt müssen wir alle zusammen am Ball bleiben.“ Die FDP zählt auf eine große Beteiligung der WHO-ler.

Anne Kreim, Stadträtin der Freien Demokrate in Tübingen

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