Wenn die Geburtenzahlen steigen (Kreisecke vom 6. März 2018)

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Die Zahl der Neugeborenen in Baden-Württemberg ist in den letzten fünf Jahren von Jahr zu Jahr gestiegen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen gilt das – wie die offiziellen Zahlen des Statistischen Landesamtes für 2016 zeigen – für Stadt und Land, für Ballungsräume und die ländlichen Räume gleichermaßen. Der Zuzug in die attraktiven Wirtschaftsräume unseres Landes spielt dabei eine Rolle, ebenso die Tatsache, dass Kinder der geburtenstarken Jahrgänge der frühen 90er Jahre jetzt selbst wieder Kinder bekommen, die Flüchtlingsbewegung kommt hinzu, und schließlich steigt auch die Geburtenrate, die Zahl der Kinder je Frau, wieder kontinuierlich an.

Die Geburtenrate insgesamt liegt wieder auf einem Niveau, wie es zuvor letztmals Anfang der 70er Jahre war. In den Landkreisen liegt sie deutlich höher als in den Stadtkreisen: Der Alb-Donau-Kreis weist die höchste Geburtenrate auf (1,80), der Landkreis Tübingen die niedrigste (1,51); aber sechs der neun Stadtkreise liegen noch darunter, am Ende Heidelberg mit 1,20. Tübingen aber holt auf, sowohl der Kreis wie auch die Stadt.

Wer vor dem Hintergrund dieser Zahlen glaubt, die Kinderzahlen in den Betreuungseinrichten und Schulen der Städte und Gemeinden unseres Landkreises könnten zurückgehen, wie es früher prognostiziert wurde, dürfte sich irren. Verantwortliche Politik muss sich darauf einstellen, dass die Zahlen – und damit auch die Zahlen der benötigten Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer – weiterhin kontinuierlich steigt.

Mehr Menschen für den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen, setzt eine qualifizierte Ausbildung voraus, attraktive Arbeitsbedingungen, die notwendige gesellschaftliche Anerkennung der Tätigkeit und natürlich ein Gehalt, das dem Rechnung trägt. Zulagen zu den tariflich vereinbarten Gehältern können spezifische Lasten ausgleichen, die sich aus stark unterschiedlichen Mietniveaus in den Gemeinden ergeben, sollten aber nicht dazu eingesetzt werden, dass Kommunen sich gegenseitig Fachkräfte abwerben.

Und was für die Erzieherinnen und Erzieher in Betreuungseinrichtungen gilt, muss für Tageseltern genauso gelten: gute Qualifikation, eine angemessene Bezahlung und die notwendige gesellschaftliche Anerkennung,

Dietmar Schöning
Vorsitzender der FDP im Kreistag