Regionalstadtbahn: Zum Nutzen von Stadt und Region (Kreisecke vom 19. Juni 2018)

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Das Projekt der Regionalstadtbahn Neckar/Alb wird von den Projektpartnern – den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb, den Städten Reutlingen und Tübingen sowie dem Regionalverband Neckar/Alb – gemeinsam vorangetrieben, mit unterschiedlichen Akzentuierungen, aber doch als einheitliches Projekt. Aus dem Kreis Tübingen gehören dazu der Ausbau und die Elektrifizierung der Ammertalbahn, der Zollernbahn und der Neckartalbahn, ferner der Neubau der Gomaringer Spange und der Tübinger Innenstadtstrecke zum Klinikum und nach Waldhäuser Ost.

All diese Maßnahmen (und die dazu gehörigen aus den Nachbarkreisen) waren Bestandteil einer im Auftrag des Regionalverbands erstellten Machbarkeitsstudie und einer anschließenden standardisierten Bewertung, die die betriebliche, technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Projekts bestätigten und einen erheblichen gesamtwirtschaftlichen Nutzen prognostizierten. Dieses einheitliche Konzept einer Regionalstadtbahn war stets auch Gegenstand der Gespräche mit Bund und Land, die für eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz unverzichtbar sind.

Dieses Konzept ist erheblich mehr als ein Elektrifizierungskonzept von Bahnstrecken. Denn es verknüpft den Nutzen eines durch Ausbau und Elektrifizierung erreichten schnelleren und bequemeren Verkehrs, der zugleich mehr Haltepunkte im Umland bedienen kann, mit der umsteigefreien, deutlich verbesserten Erreichbarkeit der Hauptziele des Pendlerverkehrs in den beiden Städten des Oberzentrums der Region.

Erst aus dieser Verknüpfung von Stadt und Region entsteht die begründete Erwartung, dass zu einem deutlichen Umsteigen vom eigenen PKW auf attraktive öffentliche Verkehrsmittel kommt, und damit zur Entlastung der Straßen und der Umwelt zugleich. Wer dazu Nein sagt, sollte eine konkrete Alternative anbieten können, die jetzt auf den Weg gebracht werden kann, nicht abstrakt, nicht in den Denkstuben verschiedener Firmen oder Institute, sondern ganz praktisch jetzt, für ein eine Umsetzung in fünf Jahren.

Und auch daran sollte man denken: Wenn die standardisierte Bewertung für die Zollernbahn einen Nutzen-Kosten-Index von 1,92 ergeben hat, also einen hohen Nutzen-Überschuss, dabei aber die Innenstadtstrecke als bestehend vorausgesetzt hatte, dann ist klar, dass der NKI ohne direkte Weiterführung zu Innenstadt und Klinikum deutlich geringer ausfallen würde.

Dietmar Schöning
Vorsitzender der FDP im Kreistag