Dorf, Land, Verkehr

Vielleicht erinnern Sie sich noch: Im Januar diesen Jahres wurde die L6924 in Starzach nach einem sogenannten Starkregen unterspült oder anders: ein kleiner Hangrutsch schränkte die Verkehrssicherheit der Straße nach Auffassung der Verantwortlichen so ein, dass sie komplett gesperrt werden musste – bis auf weiteres.

Nun hatten die Autofahrer im westlichen Kreis Tübingen ein Problem, ist die L6924 doch die Hauptverbindung der Starzacher Teilgemeinden und der südlicher liegenden Ortschaften Richtung Gäu und zur A81. Dabei war jenes Strassenstück erst wenige Jahre zuvor repariert worden, indem es eine neue Deckschicht erhielt, aber eben auch nicht mehr. Dann begann ein Warten, Hoffen und Bangen, denn Schadenerfassung, Ausschreibung der
Maßnahme usw. zogen sich hin. Was aber angesichts einer Hochkonjunktur im Baugewerbe und einer Vielzahl von größeren Projekten nicht ganz verwunderlich ist. Und dann gelang es doch, nach über einem halben Jahr Sperrung Ende August eine lokale Firma zu finden, die – wohl zu weniger günstigen Konditionen – den Schaden aber innerhalb kurzer Zeit behob. Wie viele zusätzliche zigtausend Umleitungskilometer und Fahrstunden auf dem Weg zur Arbeit aber in diesem halben Jahr angefallen sind, kann nur geschätzt werden.

Und hier komme ich zu einer grundsätzlichen Überlegung: In vielen Fällen berücksichtigt die aktuelle Verkehrsplanung die Bedürfnisse der Menschen auf dem Land und mit eingeschränkter Mobilität im Alter nicht! Fahrräder, auch solche mit Elektroantrieb, sind für den ländlichen Raum allenfalls ein Freizeitangebot, aber kein Ersatz fürs Auto. Auch eine Regionalstadtbahn – die durchaus befürwortenswert ist, wenn sie denn einmal über den Planungsstatus hinauskommt – ist kein Allheilmittel für Flächengemeinden im ländlichen Raum, seien sie im oberen Neckartal oder auf der Schwäbischen Alb.


Max-Richard Freiherr von Rassler, für die Freien Demokraten im Kreistag Tübingen

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